kreativkommune


Direkt zum Seiteninhalt

expression

Film

Inhalt

Freude - ein Fremdwort. Die Umgebung - heruntergekommene Industriestätten, grau und abweisend. Tag für Tag sind sie gezwungen, die gleiche Tristesse über sich ergehen zu lassen, die gleichen stupiden Handlungen zu vollführen.

Doch als keiner mehr daran glaubte, dass es sich je ändern könnte, geschieht das Unvorstellbare: Befreiung ist möglich und sie scheint nicht mehr aufhaltbar.

Credits

D 2006/10, 8 min, DV
© kleinefilme / kreativkommune


Regie: Gregor Beul, Manuela Bulgrin
Drehbuch:
Manuela Bulgrin nach einer Story von: Gregor Beul und Manuela Bulgrin
Choreographische Arbeit und Inszenierung der Bewegungen: Sylvia Heyden
Produktion: Erik Bulgrin, Gregor Beul, Manuela Bulgrin
Kamera, Schnitt: Erik Bulgrin
Musik: Musik-Workshop Köln-Luxembourg

Darsteller: Jörg Putzik, Nina Martin, Britta Heitkamp, Claudia Müller, Ludwig Reuter, Marina Seifert, Peter Thiemann, Meike Töpperwien

Trailer

Bildergalerie

Inhalt (Langfassung)

Eine junge Frau lädt einen Freund zum Kaffee ein. Sie erscheint ihm faszinierend aber auch irritierend anders. Was ist geschehen? Tag für Tag gehen die Menschen ihren monotonen Arbeiten in ihrem grauen Alltag nach. Auch sie arbeitet in einem grauen, abweisenden Büro. Doch irgendetwas ist anders als sonst. Nach und nach scheint jeder ihrer Kollegen sich zu wandeln. Sie kommen in Kontakt mit Ihrem Erleben und geben ihm in tänzerischen Bewegungen Ausdruck. Individualität und Miteinander findet spielerisch ihren Raum. Es ist seit langem das erste Mal, dass sie ihre unterdrückten Gefühle heraus lassen können. Es gibt kein Entkommen, denn der Tanzvirus greift immer weiter um sich – auch sie wird davon berührt. Endlich scheinen sie wie befreit zu sein und kosten jeden einzelnen Augenblick aus. Nachdem ihr Freund von diesen ungewöhnlichen Erlebnissen erfahren hat, ist er noch irritierter als vorher. Er kann einfach nicht verstehen, was für Gefühle sie ihm damit vermitteln möchte. Verstört verlässt er den Raum, doch auch für ihn wird es kein Entrinnen geben – der Virus der Befreiung ist nicht zu stoppen.

Hintergrund
Die Industriegesellschaft ist Vergangenheit. Nur noch Ruinen zeugen von ihrer Glanzzeit. Die Dienstleistungsgesellschaft verspricht uns Verbesserung, die Verwirklichung unserer Potentiale. Doch hält sie, was sie verspricht? Sind wir freier in unseren Möglichkeiten oder sind wir in einem noch engeren Korsett von Zwängen und Ansprüchen gefangen? Wir sehnen uns nach Befeiung, doch wie könnte sie aussehen? Liegt sie in uns? Und was wäre, wenn wir uns einer nach dem anderen mit dieser Befreiung anstecken würden?

Interview mit Regisseur Gregor Beul

F: Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden?
A: Durch das alltäglich bekannte Phänomen: ich erlebe etwas. Kann ich das jemanden anders mit Worten erklären? Sicher, aber Erfahrungen sind schwer erklärbar, ganz besonders die von Bewegung oder gar Tanz. Und sofort stellte sich mir die Frage: Warum überhaupt erklären? Es sollte auf einem anderen Wege übermittelt werden – es sollte „ansteckend“ sein – also „Tanz mit mir!“ (unser vorläufiger Arbeitstitel von „expression“).

F: Wie bist Du auf Sylvia als Choreographin gekommen?
A: Sylvia ist für mich der Zugang zum Improvisationstanz gewesen, den ich unter ihrer Leitung selbst lange Zeit vollführt habe. Sie ist meine Quelle und Impulsgeberin – sie ist „T.A.N.Z. Braunschweig“ und nicht nur mein Vorbild, sondern auch eine seelenverwandte Freundin.

F: Was ist für Dich die zentrale Botschaft dieser Geschichte?
A: Die Botschaft für mich ist, dass sich das Innenleben der Menschen nach außen abzeichnet – gerade in der tänzerischen Bewegung. Und in dieser Bewegung wird es übertragbar auf andere Menschen. Vielleicht sollten wir unseren ganzen Alltag als Tanz auffassen und uns fragen, was uns bewegt. Das gäbe sicher verblüffende Antworten …

F: Wie ist die Musik entstanden? Warum habt Ihr diese Stücke ausgewählt?
A: Die Musik ist im Rahmen unseres Musikworkshops Köln-Luxembourg enstanden. Eine Textidee wurde spontan in eine Melodie umgeformt und aufgenommen, dies wurde durch eine andere Person, eine andere Stimme, ein anderes Instrument wiederholt. Auch hier wurde versucht, die überall gemiedene „Ansteckungsgefahr“ mal produktiv umzusetzen.

F: Was war für Dich das spannendste an den Dreharbeiten?
Der Drehort und die Zusammenarbeit mit den Leuten.

F: Wie empfandest Du die Zusammenarbeit im Team?
A: Vorher gingen immer wieder Fragen in meinem Kopf herum: „Bin ich kooperativ, gesprächsbereit? Gehe ich den nächsten Schritt?“ Im Realisieren zeigt sich nämlich der Unterschied zwischen Reden und Machen. Dabei habe ich dann auch erfahren, was bei mir noch fehlt. Es war eine faszinierende Erfahrung, wie wir uns gegenseitig geholfen haben und ich denke, dass wir eine gute Richtung eingeschlagen haben.

F: War es schwierig passende Darsteller zu finden?
A: Nein, überhaupt nicht. Wir haben zusammen mit Sylvia Heyden aus dem Pool ihrer Tänzer von „T.A.N.Z. Braunschweig“ gecastet und die besten Darsteller bekommen, die man sich nur wünschen konnte.

F: Was hast Du aus dem Dreh für Erfahrungen mitgenommen?
A: Es ist wichtig an einer Sache dran zu bleiben, nicht loszulassen. Kritisieren sollte man erst Ergebnisse.

F: Was sind Deine/Eure nächsten Projekte?
A: Es gibt bei kleinefilme eine ganze Reihe von neuen Themen, die jetzt auf ihre Umsetzung warten, über die man sich teilweise schon auf unserer Homepage informieren kann. Wir haben aber noch einige Eisen mehr im Feuer, die wir erst später vorstellen werden.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü